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Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – und 2026 droht Schlimmeres

Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – und 2026 droht Schlimmeres

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Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – und 2026 droht Schlimmeres

Foto: lance anderson / Unsplash

206.600 Wohnungen wurden im Jahr 2025 in Deutschland fertiggestellt. Das ist der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren – und markiert einen Rückgang, der sich bereits seit 2022 abgezeichnet hat. Die Zahlen, die das Statistische Bundesamt Ende Mai veröffentlichte, bestätigen, was die Branche seit Monaten befürchtet: Die Krise im Wohnungsneubau hat ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht.

Ein Markt im freien Fall

Um die Dimension einzuordnen: Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Legislaturperiode 400.000 neue Wohnungen pro Jahr als Ziel ausgegeben. Davon ist Deutschland heute weiter entfernt als zu jedem Zeitpunkt seit der Wiedervereinigung. 206.600 Fertigstellungen bedeuten, dass rechnerisch fast die Hälfte dessen fehlt, was Bevölkerungswachstum, Zuwanderung und veränderte Wohnbedürfnisse erfordern würden.

Noch beunruhigender: Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) warnt ausdrücklich vor einem weiteren Einbruch im laufenden Jahr 2026. Denn Fertigstellungen spiegeln Entscheidungen wider, die zwei bis drei Jahre zurückliegen – also in die Phase extremer Zinsanstiege, explodierender Baukosten und massiver Verunsicherung fielen. Die Auftragseingangs- und Umsatzdaten des Bauhauptgewerbes für März 2026 deuten laut ZDB nicht auf eine Trendwende hin.

Genehmigungen steigen – aber zu langsam

Ein Lichtblick existiert immerhin auf dem Papier. Die Baugenehmigungen zogen im März 2026 an. ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa kommentierte die Zahlen jedoch nüchtern: Der Bedarf bleibe weit höher als das genehmigte Volumen. Die steigende Genehmigungskurve sei ein positives Signal, aber kein Grund zur Entwarnung. Zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegt der sogenannte Bauüberhang – jene Projekte, die zwar genehmigt, aber noch nicht begonnen oder noch nicht abgeschlossen sind. Dieser Überhang wächst, was darauf hindeutet, dass wirtschaftliche Rahmenbedingungen viele Bauherren weiterhin von der Umsetzung abhalten.

Was den Neubau blockiert

Die Ursachen sind strukturell und konjunkturell zugleich. Auf der Kostenseite haben sich Baumaterialien seit 2021 um teils 30 bis 40 Prozent verteuert, während die Bauzinsen trotz leichter Entspannung weiterhin deutlich über dem Niveau der Niedrigzinsphase liegen. Hinzu kommen regulatorische Anforderungen – von Energieeffizienzstandards bis zum Gebäudeenergiegesetz –, die Projekte verteuern und verzögern.

Politische Gegenmaßnahmen wie die jüngst verabschiedete BauGB-Novelle oder das Vergabebeschleunigungsgesetz setzen zwar an Planungs- und Genehmigungsprozessen an. Der ZDB bezeichnet diese Schritte aber wiederholt als "halbe Miete". Was fehlt, sind nach Einschätzung der Branchenverbände vor allem steuerliche Anreize, eine dauerhafte lineare AfA-Erhöhung und eine verlässliche Förderpolitik, die Investoren Planungssicherheit gibt.

Mitteldeutschland unter besonderem Druck

Für die Region Halle, Leipzig und das südliche Sachsen-Anhalt verschärft sich die Lage durch einen Sondereffekt: Die Nachfrage nach Wohnraum steigt hier stärker als in vielen westdeutschen Regionen, getrieben durch den wirtschaftlichen Aufschwung rund um Großansiedlungen in der Chip- und Chemieindustrie. Gleichzeitig ist die Baukapazität begrenzt. Handwerksbetriebe arbeiten am Limit, Fachkräfte fehlen. Das Ergebnis ist ein wachsendes Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage – mit steigenden Mieten als direkter Konsequenz.

Für Bauherren und Eigenheimbesitzer in der Region bedeutet das: Wer ein Sanierungs- oder Umbauprojekt plant, sollte die aktuelle Phase nutzen, in der viele Betriebe im Neubausegment Kapazitäten frei haben. Im Bestandsbau – Innenausbau, energetische Sanierung, Modernisierung – liegt derzeit das größte Potenzial, vorhandenen Wohnraum aufzuwerten, statt auf den stockenden Neubaumarkt zu warten. Die Förderlandschaft für Bestandsmaßnahmen ist zudem stabiler als im Neubau. Handwerksbetriebe in Mitteldeutschland, die sich auf Sanierung und Renovierung spezialisiert haben, dürften von dieser Verschiebung mittelfristig profitieren – vorausgesetzt, sie können den Fachkräftemangel bewältigen.

Quellen & weiterführende Informationen

  • Quelle: Wohnungsneubau 2025: Fertigstellungen auf niedrigstem Stand seit über einem Jahrzehnt. ZDB Zentralverband Deutsches Baugewerbe / Presseportal, 22.05.2026. Zum Artikel
  • Quelle: Wohnungsbau: Genehmigungszahlen steigen, Bedarf bleibt. ZDB Zentralverband Deutsches Baugewerbe / Presseportal, 18.05.2026. Zum Artikel
  • Quelle: Baugewerbe zur BauGB-Novelle: "Ist nur die halbe Miete". ZDB Zentralverband Deutsches Baugewerbe / Presseportal, 27.05.2026. Zum Artikel
Von M. Habach
·
Konjunktur
·
KI-gestützt · redigiert

Habach Bau · Halle (Saale)

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