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Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht

Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht

Foto: Habach Bau

Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht

Foto: Habach Bau

Deutschland baut so wenige Wohnungen wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Im Jahr 2025 wurden laut Statistischem Bundesamt nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – weit entfernt von den politisch ausgegebenen 400.000 pro Jahr. Und das Baugewerbe warnt: 2026 dürfte es noch schlimmer werden.

Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Die Zahlen legen eine ernüchternde Bilanz offen. 206.600 Fertigstellungen bedeuten nicht nur einen drastischen Rückgang gegenüber den Vorjahren, sondern markieren einen Tiefstand, der die strukturelle Wohnungskrise in deutschen Ballungsräumen weiter verschärft. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) spricht von einer «alarmierenden Entwicklung» und rechnet für 2026 mit einem weiteren Einbruch.

Die Ursachen sind bekannt, aber deshalb nicht weniger gravierend: Die Zinserhöhungen der Jahre 2022 und 2023 haben die Finanzierungskosten für Neubauprojekte massiv verteuert. Viele Vorhaben, die damals in der Planungsphase waren, wurden nie begonnen oder auf Eis gelegt. Die Fertigstellungszahlen von 2025 spiegeln diese Zurückhaltung nun zeitversetzt wider – mit einer Verzögerung von typischerweise zwei bis drei Jahren zwischen Genehmigung und Schlüsselübergabe.

Steigende Genehmigungen – ein trügerisches Signal

Auf den ersten Blick scheint es einen Lichtblick zu geben: Die Baugenehmigungen ziehen wieder an. Im März 2026 erteilten die Behörden mehr Genehmigungen als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre. ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa ordnete das jedoch nüchtern ein: Der Bedarf bleibe ungedeckt, und steigende Genehmigungszahlen allein bauten noch keine Wohnung.

Tatsächlich zeigt die Erfahrung, dass ein erheblicher Teil genehmigter Vorhaben nie realisiert wird – sei es wegen gestiegener Materialkosten, fehlender Fachkräfte oder weil Investoren angesichts unsicherer Renditeerwartungen abspringen. Der sogenannte Bauüberhang, also die Differenz zwischen genehmigten und tatsächlich begonnenen Projekten, bleibt auf einem historisch hohen Niveau. Das ist kein Zeichen von Dynamik, sondern von Verunsicherung.

Was die Berliner Reformgesetze bewirken können – und was nicht

Die Bundesregierung hat zuletzt mehrere Gesetze auf den Weg gebracht, die den Wohnungsbau ankurbeln sollen: die Novelle des Baugesetzbuchs zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie das Vergabebeschleunigungsgesetz, das öffentliche Aufträge schneller vergeben lassen soll. Pakleppa nannte Letzteres einen «wichtigen Schritt», die BauGB-Novelle allerdings nur «die halbe Miete».

Die Kritik ist berechtigt. Schnellere Genehmigungen helfen wenig, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Investitionen unattraktiv machen. Solange Baukosten hoch bleiben und die Förderlandschaft für den Wohnungsneubau fragmentiert ist, werden selbst beschleunigte Verfahren die Fertigstellungszahlen nicht in dem Maß steigern, das nötig wäre. Es fehlt an einem Gesamtkonzept, das regulatorische Entlastung, steuerliche Anreize und gezielte Förderung verbindet.

Konsequenzen für Mitteldeutschland

In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen trifft die Wohnungsbaukrise auf eine besondere Ausgangslage. Die Nachfrage konzentriert sich auf wenige wachsende Städte wie Halle, Leipzig und Erfurt, während ländliche Regionen eher von Leerstand geprägt sind. In den urbanen Zentren aber steigen die Mieten, und der Neubau hält nicht Schritt.

Für Bauherren und Immobilieneigentümer in der Region bedeutet das zweierlei: Wer ein bestehendes Gebäude besitzt, sollte in Sanierung und energetische Ertüchtigung investieren – hier liegt derzeit mehr Wertschöpfungspotenzial als im Neubau. Und wer dennoch neu bauen will, tut gut daran, die sich ändernden Vergabe- und Genehmigungsregeln genau zu verfolgen. Die Reformgesetze aus Berlin sind kein Allheilmittel, aber sie können in einzelnen Projekten durchaus Monate einsparen. Für Handwerksbetriebe wiederum verschiebt sich der Fokus: Sanierung, Innenausbau und Bestandsertüchtigung werden auf absehbare Zeit das tragende Geschäftsfeld bleiben.

Quellen & weiterführende Informationen

  • Quelle: Wohnungsneubau 2025: Fertigstellungen auf niedrigstem Stand seit über einem Jahrzehnt. ZDB / Presseportal, 22.05.2026. Zum Artikel
  • Quelle: Wohnungsbau: Genehmigungszahlen steigen, Bedarf bleibt. ZDB / Presseportal, 18.05.2026. Zum Artikel
  • Quelle: Baugewerbe zur BauGB-Novelle: Ist nur die halbe Miete. ZDB / Presseportal, 27.05.2026. Zum Artikel
  • Quelle: Baugewerbe zum Vergabebeschleunigungsgesetz: Wichtiger Schritt für unser Land. ZDB / Presseportal, 08.05.2026. Zum Artikel
Von M. Habach
·
Konjunktur
·
KI-gestützt · redigiert

Habach Bau · Halle (Saale)

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