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Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht

Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht

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Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht

Foto: Theme Photos / Unsplash

206.600 Wohnungen wurden im Jahr 2025 in Deutschland fertiggestellt. Das ist der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren und markiert einen dramatischen Rückgang gegenüber dem Höchststand von rund 306.000 Einheiten im Jahr 2022. Die Zahlen, die das Statistische Bundesamt Ende Mai veröffentlichte, bestätigen, was die Branche seit Monaten befürchtet: Die Wohnungsbaukrise hat ihren Boden noch nicht gefunden.

Ein Einbruch mit Ansage

Der Rückgang kommt nicht überraschend. Seit 2022 sind die Baukosten durch Materialpreisexplosionen, gestiegene Zinsen und verschärfte energetische Anforderungen massiv gestiegen. Gleichzeitig brachen die Baugenehmigungen ein – jene Genehmigungen, die den Fertigstellungen mit zwei bis drei Jahren Zeitversatz vorauslaufen. Die Konsequenz ist rechnerisch zwingend: Wer 2022 und 2023 weniger genehmigte, stellt 2025 und 2026 weniger fertig.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), warnte unmissverständlich vor einem weiteren Einbruch im laufenden Jahr. Die Auftragseingänge und Umsätze im Bauhauptgewerbe, die das Statistische Bundesamt für März 2026 veröffentlichte, bestätigen dieses Bild: Von einer Trendwende auf den Baustellen kann keine Rede sein.

Genehmigungen steigen – aber reicht das?

Immerhin: Bei den Baugenehmigungen deutet sich eine zaghafte Erholung an. Im März 2026 genehmigten die Behörden mehr Wohnungsbauvorhaben als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre. Der ZDB ordnet das allerdings nüchtern ein – der Bedarf bleibt weit höher als das, was genehmigt und gebaut wird. Deutschland bräuchte nach Schätzungen des Branchenverbands und des Pestel-Instituts jährlich mindestens 350.000 bis 400.000 neue Wohnungen, um die Nachfrage in Ballungsräumen zu decken und den Bestand angemessen zu erneuern.

Zwischen 206.600 Fertigstellungen und einem Bedarf von 400.000 klafft eine Lücke von fast 200.000 Wohnungen – pro Jahr. Kumuliert über mehrere Jahre entsteht daraus ein strukturelles Defizit, das Mietpreise treibt, den sozialen Wohnungsbau unter Druck setzt und ganze Regionen vor Versorgungsprobleme stellt.

Reformpaket der Bundesregierung: Wirkung frühestens 2028

Die Bundesregierung hat in den vergangenen Wochen mehrere Stellschrauben bewegt: Das Baugesetzbuch wurde novelliert, um Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Das Vergabebeschleunigungsgesetz passierte den Bundesrat. Beide Maßnahmen zielen in die richtige Richtung – doch ihre Wirkung auf die Fertigstellungszahlen wird frühestens 2028 oder 2029 messbar sein. Der Vorlauf zwischen politischer Maßnahme, Genehmigung, Baubeginn und Schlüsselübergabe beträgt im Wohnungsbau regelmäßig drei bis vier Jahre.

Der ZDB kommentierte die BauGB-Novelle entsprechend zurückhaltend als „nur die halbe Miete“. Ohne ergänzende Maßnahmen bei der Förderkulisse – insbesondere bei der steuerlichen Abschreibung, bei KfW-Programmen und bei der Reduktion der Baustandards auf ein europäisches Normalmaß – werde die Trendwende nicht gelingen. Solange ein Quadratmeter Neubau in Deutschland zwischen 4.000 und 5.500 Euro kostet, rechnen sich viele Projekte schlicht nicht mehr.

Was das für Mitteldeutschland bedeutet

In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen überlagern sich zwei Entwicklungen: Einerseits ist der Neubaudruck geringer als in München oder Hamburg. Andererseits wächst der Bedarf an energetischer Sanierung und Modernisierung des Bestands erheblich – gerade in Halle, Leipzig und ihren Umlandgemeinden, wo die Bevölkerungsentwicklung positiver verläuft als in ländlichen Regionen. Wer hier als Bauherr oder Eigentümer investieren will, steht vor der gleichen Frage wie der Markt insgesamt: Lohnt sich Neubau noch, oder ist die Sanierung des Bestands der wirtschaftlich sinnvollere Weg?

Für Handwerksbetriebe in der Region verschiebt sich das Auftragsgewicht weiter in Richtung Sanierung, Innenausbau und Modernisierung – Segmente, in denen die Nachfrage stabil bleibt, weil der Bestand in Mitteldeutschland groß und vielerorts erneuerungsbedürftig ist. Der Neubau hingegen wird auf absehbare Zeit nicht die Impulse liefern, die sich Politik und Branche erhoffen.

Quellen & weiterführende Informationen

  • Quelle: Wohnungsneubau 2025: Fertigstellungen auf niedrigstem Stand seit über einem Jahrzehnt. ZDB Zentralverband Deutsches Baugewerbe / Presseportal, 22.05.2026. Zum Artikel
  • Quelle: Wohnungsbau: Genehmigungszahlen steigen, Bedarf bleibt. ZDB Zentralverband Deutsches Baugewerbe / Presseportal, 18.05.2026. Zum Artikel
  • Quelle: Baugewerbe zur BauGB-Novelle: "Ist nur die halbe Miete". ZDB Zentralverband Deutsches Baugewerbe / Presseportal, 27.05.2026. Zum Artikel
  • Quelle: Baugewerbe zum Vergabebeschleunigungsgesetz: Wichtiger Schritt für unser Land. ZDB Zentralverband Deutsches Baugewerbe / Presseportal, 08.05.2026. Zum Artikel
Von M. Habach
·
Konjunktur
·
KI-gestützt · redigiert

Habach Bau · Halle (Saale)

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