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Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – ZDB warnt vor Einbruch 2026

Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – ZDB warnt vor Einbruch 2026

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Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – ZDB warnt vor Einbruch 2026

Foto: Ricardo Gomez Angel / Unsplash

206.600 fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025 – das ist der niedrigste Wert seit über zehn Jahren und liegt meilenweit entfernt vom politischen Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu schaffen. Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts, die der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) am 22. Mai 2026 kommentierte, zeichnen ein ernüchterndes Bild: Der deutsche Wohnungsneubau steckt in einer strukturellen Krise, deren Tiefpunkt möglicherweise noch nicht erreicht ist.

Der Pipeline-Effekt schlägt voll durch

Was sich in den Fertigstellungszahlen von 2025 widerspiegelt, ist im Wesentlichen die Genehmigungsflaute der Jahre 2022 bis 2024. Damals brachen die Baugenehmigungen infolge explodierender Baukosten, steigender Zinsen und politischer Unsicherheit massiv ein. Projekte, die nie genehmigt wurden, können heute nicht fertiggestellt werden – so einfach ist die Arithmetik des Wohnungsbaus. ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa warnte daher ausdrücklich vor einem weiteren Einbruch im Jahr 2026: Der Bauüberhang – also die Zahl genehmigter, aber noch nicht fertiggestellter Wohnungen – schrumpft, und der Nachschub an neuen Projekten reicht nicht aus, um die Lücke zu schließen.

Zarte Erholung bei Genehmigungen reicht nicht

Zwar zeigen die Genehmigungszahlen für März 2026 einen leichten Aufwärtstrend. Doch wie Pakleppa bereits Mitte Mai einordnete, bleibt das Niveau weit unter dem, was nötig wäre, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. Zwischen einer erteilten Baugenehmigung und dem Einzug in eine fertige Wohnung liegen im Schnitt zwei bis drei Jahre. Selbst eine deutliche Belebung der Genehmigungstätigkeit würde sich also frühestens 2028 oder 2029 in den Fertigstellungsstatistiken niederschlagen. Für die Jahre 2026 und 2027 ist die Lage damit faktisch zementiert.

Auftragseingang und Umsatz: Gemischte Signale

Die parallel veröffentlichten Daten zu Auftragseingang und Umsatz im Bauhauptgewerbe für März 2026 liefern ein differenziertes Bild. Während der öffentliche Bau – nicht zuletzt getrieben durch das kürzlich verabschiedete Vergabebeschleunigungsgesetz und das Infrastruktur-Sondervermögen – Impulse setzt, bleibt der private Wohnungsbau das Sorgenkind der Branche. Die wirtschaftliche Grundrechnung für Bauträger und private Investoren stimmt vielerorts nach wie vor nicht: Grundstückspreise, Materialkosten und Zinsniveau ergeben in Kombination Quadratmeterpreise, die am Markt kaum durchsetzbar sind.

Was die Zahlen für die Region bedeuten

In Sachsen-Anhalt und der gesamten mitteldeutschen Region verschärft sich das Problem durch eine spezifische Dynamik. Städte wie Halle und Leipzig erleben seit Jahren wachsende Einwohnerzahlen und steigende Mieten – gleichzeitig wird zu wenig neu gebaut. Der Sanierungsbedarf im Bestand ist enorm: Viele Gebäude aus den 1990er-Jahren stehen vor dem ersten großen Sanierungszyklus, energetische Ertüchtigung wird durch gesetzliche Vorgaben zur Pflicht. Wenn der Neubau stockt, gewinnt die Bestandssanierung zwangsläufig an Bedeutung – sowohl für Eigentümer, die den Wert ihrer Immobilie sichern wollen, als auch für Mieter, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind.

Bestand statt Neubau: Die pragmatische Antwort

Für Bauherren und Immobilieneigentümer in Mitteldeutschland ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung: Wer auf den Neubau wartet, wartet lange. Investitionen in Sanierung, Modernisierung und energetische Ertüchtigung bestehender Gebäude sind derzeit nicht nur förderpolitisch begünstigt, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Handwerksbetriebe in der Region, die auf Innenausbau und Sanierung spezialisiert sind, berichten von anhaltend hoher Nachfrage. Die Krise im Neubau ist nicht ihre Krise – im Gegenteil: Sie macht Bestandsinvestitionen zur strategisch vernünftigsten Option für Eigentümer zwischen Saale und Weißer Elster.

Quellen & weiterführende Informationen

  • Quelle: Wohnungsneubau 2025: Fertigstellungen auf niedrigstem Stand seit über einem Jahrzehnt – Baugewerbe warnt vor weiterem Einbruch 2026. ZDB Zentralverband Deutsches Baugewerbe / Presseportal, 22.05.2026. Zum Artikel
  • Quelle: Wohnungsbau: Genehmigungszahlen steigen, Bedarf bleibt. ZDB Zentralverband Deutsches Baugewerbe / Presseportal, 18.05.2026. Zum Artikel
Von M. Habach
·
Konjunktur
·
KI-gestützt · redigiert

Habach Bau · Halle (Saale)

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